Zuverlässigkeit

Zuverlässigkeit ist ein hohes Gut, ein sehr hohes, eines, dass mir an anderen Menschen äußerst wichtig ist.

Wenn mir jemand sagt „Ich erledige x, ich kümmere mich darum“, dann schenke ich diesem Menschen das Vertrauen, dass er x erledigen wird. Ohne, dass ich ihn oder sie 5 mal daran erinnern muss, ohne am Ende fürchten zu müssen, dass es nicht fertig wird, dass ich es doch selber machen muss. Ich möchte am Ende nicht dastehen und sagen „Hätte ich es bloß selber gemacht!“.

Ich halte mich selber für einen sehr zuverlässigen Menschen. Auf mein Wort kann man sich verlassen. Und es fuxxt mich sehr, wenn ich wo zusage und wieder absagen muss, wenn ich tatsächlich etwas vergesse, wenn ich Vertrauen enttäusche, wenn jemand wegen mir enttäuscht ist, denkt, dass er/sie sich nicht auf mich verlassen kann. Allein das ist immer Motivation, das auch zu halten, was ich verspreche.

Und umso schlimmer finde ich es, wenn Leute mir gegenüber unzuverlässig sind. Wenn etwas dann gar nicht passiert, schlechter wird als geplant, wenn ich mich woanders rechtfertigen muss, weil ich mich ja auf eine Person verlassen habe.

Leider bleibt es auch haften. Wer einmal unzuverlässig war, oder sagen wir zwei mal, dieser Person stehe ich beim dritten Mal vermutlich skeptisch gegenüber und überlege gut, ob ich mich noch mal auf sie verlasse, es lieber selber mache, 5 mal nachfrage, jemand anderen frage.

Verlässlichkeit brauchst du in Freundschaften, im Job, unter Berg-Partnern. Am Berg denke ich oft darüber nach, wie verlässlich die Latsche als Pflanze ist. Du kannst dich immer an ihr festhalten, an ihr hochziehen, kannst dich auf sie als Partnerin verlassen. Wie oft brauchst du an einer hakeligen Stelle eine Latsche genau am richtigen Platz, um mit einem Griff, einem Festhalten die Stelle zu überwinden.

Entsprechend ist es wichtig, zuverlässige Menschen im Leben zu haben. Mit denen es einfacher ist, entspannter, schöner, man gelassener durchs Leben kommt, gemeinsam hakelige Situationen meistert.

Gibt man Menschen einen Vertrauens-Vorschuss, kann man reinfallen, sich täuschen, enttäuscht werden, aber auch das gehört halt zum Leben dazu. Dann kann man entweder diskutieren und beschuldigen und schlechtes Gewissen machen. Oder man kann es einfach auf sich bewenden lassen, abhaken, und Lehren daraus ziehen.

Die richtigen Lehren ziehen, das ist das Geheimnis.