Zero Waste?! #rp18

Kein Müll, wenig Müll, weniger Müll.

Milena Glimbovski hatte eine Session dazu auf der re:publica 2018, und bei ihr schien das Thema ziemlich einfach. Einfach mit dem Thema beschäftigen, einfach machen.

Aber in der Realität ist es doch schwieriger, und ich frage mich tatsächlich, was man als einzelnen Person gegen den Müllwahn, vor allem den Plastikwahn ausrichten kann.

Ich versuche seit einigen Wochen Obst und Gemüse nur ohne Plastik zu kaufen. Lose Äpfel statt eingeschweißte 6er Packs. Lose Tomaten – meist 1 Sorte, während die 5 anderen Sorten in Plastik sind. Vieles gibt es einfach nur mit Plastik, wie zum Beispiel Weintrauben.

Und wenn mich die Kassiererin dann vorwurfsvoll anstarrt, weil sie die hin- und her kullernden Äpfel nicht richtig abwiegen kann, dann frage ich mich schon, ob das einen Unterschied macht. Wenn trotzdem ein Plastikberg im Einkaufswagen liegt, wenn ich die vielen eingeschweißten Dinge sehe, an die Bilder aus dem Internet von geschälten, eingeschweißten Bananen denke.

Ich glaube, wir waren da schon einmal weiter!

Müll ist in Deutschland doch schon so lange ein Thema. Wir waren doch mal Vorreiter, was Müll trennen und Recycling anging, mit grünen Punkten, gelben Tonnen und Altpapierstapeln am Straßenrand. Im Urlaub war man geschockt, wenn man alles sofort in eine Plastiktüte gesteckt bekam. Brav brachten wir Glasflaschen zurück zum Laden, Getränkedosen und bald auch Plastikflaschen. Abhängig davon, was der Inhalt der Flasche war, Cola bitte zurück, O-Saft bitte zum Plastikmüll. Warum auch immer.

Aber irgendwie sind wir da in den letzten Jahren auf einen U-Turn geraten, selbst in Fußballstadien gibt’s inzwischen wieder Einwegbecher. Bei sagen wir mal 30.000 Zuschauern sind das sicher mehr als 30.000 Plastikbecher, die im Müll landen. In einem Stadion an einem Tag.

Und einzelne versuchen den eigenen Kaffeebecher mitzunehmen, posten Bilder, machen Müllvermeidung zu einem sexy Thema (so Milena auf der re:publica), vernetzten sich in Facebook Gruppen. Eröffnen Läden ohne Plastik und schreiben Bücher.

Und dann kommt wieder ein Film auf 3sat über den Plastikmüll im Meer und du weißt, dass irgendwelche Model- und Castingshows 10 mal so viele Zuschauer haben werden. Und dann soll ich immer wieder nur die normalen Tomaten weil plastikfrei kaufen und auf die Romatomaten und gelben Cocktailtomaten verzichten.

Schwierig. Gedanken ohne Lösung. Aber immerhin: das Video zum tollen Vortrag auf der re:publica mit der sympathischen Milena Glimbovski.