Warum hören Leute so plötzlich auf zu bloggen?

Ich nutze diesen seltsamen Abend, um mal den Feedreader aufzuräumen. Durch die lange DSL-lose Zeit ist viel liegen geblieben und es gilt aufzuarbeiten, auszuprobieren und auch virtuell wegzuwerfen. Entrümpeln. Blogs, in denen seit Monaten nichts geschrieben wurde, fliegen (mit ganz wenigen Ausnahmen) raus. Einige haben als letzten Post einen Umzugs-Post, was ich zum Teil mitbekommen habe, mit-umgezogen aber den alten nicht gelöscht, oder was ich tatsächlich verpennt habe und wo ich jetzt richtig nachzuholen habe.


Aber ganz viele haben urplötzlich aufgehört zu bloggen. Selbst Blogger, die regelmäßig geschrieben haben. Ohne Erklärung, selten ein langsames erst immer weniger und dann halt gar nicht, nein, tägliche Posts, zum Schluss ein Beitrag über den Frühling/ Sommer/ Herbst/ Winter, eine Bahnfahrt, einen Kinofilm, eine Reise, eine Wanderung – – –  und dann gar nichts mehr.


Vergisst man Blogs einfach? Wird einfach nur noch getwittert und gefacebooked, gescoopt und anderweitig aggregiert? Ich merke selber, dass ich weniger blogge, weniger kommentiere, was ich aber schade finde. Trotzdem denke ich ganz oft, dass gewisse Dinge ein Thema zum Bloggen wären, auch wenn es letztendlich nicht passiert.


Sind fehlende Kommentare ein Grund, dass man mit dem Bloggen aufhört? Kleine Stichprobe bei den Entrümelten: nein, scheint kein Grund zu sein.


Sind Blogs das neue Print? Ich hoffe ja schon, dass beide überleben. Mein Neujahrsvorsatz, Groß- und Klein-Schreibung wieder einzuführen, klappt ziemlich gut. Vielleicht sollte ich den Vorsatz, „mehr Blogs kommentieren und damit am Leben halten“ dazu nehmen?


Ach je, mir fällt da gerade was ein… Muss mal ein Passwort suchen und Lebenszeichen abgeben :-)

6 Gedanken zu “Warum hören Leute so plötzlich auf zu bloggen?

  1. Ich denk einfach es ist die fehlende Zeit weiterhin regelmäßig in Blogs zu schreiben. Mir kommt auch ab und zu mal der Gedanke wieder mal mehr was zu schreiben, besonders wenn man unterwegs ist und „dem Rest der Welt“ ein wenig von seinem Leben berichten möchte. Nur Zuhause hab man das dann meist schon wieder vergessen, abgesehen davon das es vermutlich eh immer weniger lesen.

    Außerdem ist bloggen scheinbar schon wieder out, facebooken (seltsames Wort irgendwie wenn man es übersetzt) scheint mehr „in“ zu sein, zumal man dort auch dank „Apps“ für fast alle Telefonsysteme mobil schnell was von sich geben kann.

    Wird sich zeigen was aus den ganzen „Social Networks“ zu denen ja auch Blogs irgendwie zählen noch wird. Werden sicherlich noch einige neue auftauchen und andere, die eigentlich recht sinnvoll waren wieder verschwinden.

    Aber ich schweife ab. Ich hoffe Du schreibst noch lange weiter, immerhin muss doch auch ab und zu nochmal was geistreiches in meinen Blogfeeds stehen ;-)

  2. Man hat immer Zeit für die Sachen, für die man sich die Zeit nimmt, alles eine Sache der Prioritäten! Und ich fühle mich jetzt unter Druck gesetzt, weil du geistreiches von mir erwartest- ich werde mich aber bemühen :-)

  3. Huhu. Puh, ich bin also nicht die einzige, die sich solche Gedanken macht.
    Bin selber sehr viel am Grübeln, warum mir so die Lust (?) vergangen ist… Nein, nicht die Lust. Eher die Muße und die Zeit.
    Wie Du schon geschrieben hast: Es streut sich alles so sehr, gerade durch Twitter und Facebook…
    Macht man unterwegs ein cooles Foto, kann man sich kaum entscheiden, mit welcher „Community“ man es teilen will.
    Früher habe ich dann einfach einen Blogeintrag geschrieben.
    Und – mal ehrlich- das ist doch auch eigentlich viel schöner, oder???
    :(

  4. Oh, entschuldige. Ich wollte Dich jetzt nicht unter Druck setzen.

    Deinen Rechnungen zur DEG nach habe ich das aber wohl schon. ;-)
    Aber immerhin hattest Du in der Badewanne Rotwein aus Südtirol, find auch das der dort recht gut schmeckt. Nur Schokolade aus Schottland hatte ich noch nie dazu. Gibt es welche die Du empfehlen kannst?
    Am besten welche die man auch ohne Badewanne genießen kann.

  5. @chikatze viel schöner ist schwer zu beziffern. man sich „früher“ mehr Gedanken gemacht. Heute wird das Foto hochgeladen, sofort gefällt es Leuten fertig. Die Kontakte haben sich dadurch wieder gewandelt, insgesamt finde ich schon, dass heute besser ist als früher ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.