Café Colombo in München

Streifzüge. Vom Leben mit und ohne München.

Mein Herz hing nie wirklich an München. Ich habe gerne dort gelebt, aber nie von der schönsten Stadt der Welt gesprochen wie viele andere Leute. Dennoch – mein Herz hängt noch am alten München-Leben, auch wenn das schon über ein Jahr vorbei ist. Es hängt an den München-Menschen, es hängt an den Cafés, an vielen liebgewonnenen Ritualen, an den bekannten Wegen, an der Möglichkeit immer wieder Neues zu entdecken. Es hängt an vielem, was das Leben im Chiemgau (noch) nicht zu bieten hat. Dafür habe ich hier anderes, klar.

Dienstag: Verbringe ich einen Tag in München, werden alle Extreme sehr deutlich. Wie viel an München ich gar nicht vermisse: volle Straßen, volle U-Bahnen, protzige Autos, zu viele Anzug-Träger, Schickimicki, Wichtigtuerei, Abgehobenheit.

Dürrnbachhorn am Donnerstag
Schneeschuhtour zum Dürrnbachhorn am Donnerstag Foto: @bergundball

Donnerstag: Dahoam, im Chiemgau, war ich auf einer Schneeschuhtour, bei der uns 4 Leute begegnet sind, mit 3 haben wir uns unterhalten und mit diesen fremden Menschen ganz viel gelacht. Freitag: Nach der Arbeit habe ich kurz am See angehalten um ein paar Fotos zu machen. Da war sonst niemand. Ein Parkplatz natürlich schon.

München: Café-Glück. Die Auswahl ist so groß, jeder Stadtteil hat so viele schöne Orte für Kuchen essen und Kaffee trinken. Alleine, zum Buch lesen, zum Bloggen, zum Aus dem Fenster schauen, oder in Begleitung von Freundin oder Freund, zum Erzählen und Zuhören und die Welt vergessen. Ständig kommen neue Cafés dazu, kreativ und gemütlich und inspirierend, und ich habe auf Instagram eine Sammlung mit Münchner Cafés, wo ich unbedingt mal hin will.

Café Colombo in München
Café Colombo in München

Chiemgau: Es gibt Almen! Außerdem Wirtshäuser und eine Handvoll Cafés. Einige davon sind gemütlich und haben gutes Essen, man geht aber immer in die gleichen.

Gleichgesinnte (1): In München besteht immer die Möglichkeit etwas zu unternehmen. Jede Menge Kinos, aber auch jede Menge Stammtische, Vorträge, Netzwerktreffen, wie auch immer man es nennen mag. Möglichkeiten zum Freunde treffen, Bekannte aus Online- und Offline-Welt wieder treffen und besser kennen lernen, ganz neue Leute kennen lernen. Wichtig, denn auch wenn ich gerne allein am Weitsee-Ufer stehe, so bin ich doch auch gerne unter Menschen und glaube, dass es nicht ohne andere geht, dass andere Menschen gut tun, den Alltag am laufen halten, den Alltag schöner und Probleme kleiner machen. Auch wenn es heißt, dass Städte anonymer sind – in der Stadt ist es viel einfacher, die für dich selbst richtigen und wichtigen Menschen zu finden.

Gleichgesinnte (2): Wo es keine Treffen gibt, muss man sie selber organisieren. Auf dem Land muss man genauer suchen, bis man die richtigen und wichtigen Menschen findet. Sich mehr aufraffen, auch wenn das Sofa am Abend lockt. Der Krimi ist auch noch später da, die Yogastunde beginnt um 18:20 Uhr. Und auch wenn es rund um Ruhpolding nur wenige Blogger gibt – es sind genug für ein Blogger Treffen. Und alle freuen sich, wenn sich jemand um die Organisation kümmert.

Und die Moral von der Geschicht?

So oft es geht will ich die Vorzüge von München nutzen, die Menschen, die Cafés, das Lernen und das Unterhalten werden. Und in der übrigen Zeit genieße ich die Vorzüge des Landlebens im Chiemgau, die Ruhe, die Entschleunigung, die Einsamkeit, die Natur. Was nicht passt, wird passend gemacht und jeder ist seines Glückes Schmied. Von alleine passiert nix oder wenig. Und so schaut man halt von Woche zu Woche, damit alles immer besser wird.

2 Gedanken zu „Streifzüge. Vom Leben mit und ohne München.&8220;

    1. Das perfekte Leben ist auch schwierig zu finden, irgendwas ist immer. Und es ist schwer, eine Veränderung einfach mal auszuprobieren, gerade Umzüge sind schon sehr endgültig (außer man zieht gerne um…)

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