Making Blogs Great Again

Zeit für Optimisten ist wieder da.

In diesem Blog ist eine neue Zeit für Optimisten angebrochen und ich freue mich über alle Leser/innen, die irgendwie immer noch da sind. Und die neuen, die dazu kommen.

Dieses Blog hat fast 6 Jahre vor sich hin gedöst, während es im Gipfelglück Blog drüben rund ging, jede Woche was Neues kam von Bergtouren, Bergbüchern, Radltouren und Reisen. Es ist an der Zeit, dass sich wieder etwas ändert, denn Gipfelglück allein macht mich derzeit nicht froh.

Es ist ein Schritt zurück zum “Über alles mögliche bloggen”. Wie in den Anfangszeiten der Bloggerei, mit den Vorgänger Blogs von Zeit für Optimisten. Ohne Thema, das einengt, ohne dass ich mir selber unnötigen Druck mache. Dafür mit der Motivation nach Belieben zu schreiben und zu gestalten und produzieren, Gedanken zu teilen und Empfehlungen zu geben. Wie eine Wundertüte, ein Überraschungsei, mit Serien und Spontaneität. Spielwiese, Kontaktwiese, Ventil und Profil, mit Büchern und Rezepten, Reise-Erlebnissen auf der ganzen Welt und Alltags-Erlebnissen im Chiemgau.

Das Gipfelglück wird es weiterhin geben. Es wird weiterhin wichtig sein, wichtiger als die Zeit für Optimisten. Aber es wird vermutlich konzentrierter, fokussierter, professioneller.

Aber warum noch ein Blog, wieder ein Blog? Man muss doch Videos machen! Mit Drohnen! Und natürlich top Insta Stories. Alles visuell. Wer interessiert sich schon für Texte. Facebook unterstützt ja keine Verlinkungen mehr raus, es gibt es viel zu viel Inhalte im Internetz, wer soll das alles lesen. Gelaber auf Stories ist doch viel einfacher zu konsumieren.

Natürlich ist da was Wahres dran. Ich schaue gerne Insta Stories. Aber wenn man dann selber verreisen will, Infos sucht, dann findet man keine alten Stories mehr. Nicht immer lässt sich meine Recherche nach irgendetwas von Alexa oder einem sonstigen Sprach Assistenten in einem Satz beantworten, manche Suchen sind komplex und ich möchte die Information schwarz auf weiß vor mir sehen und nicht nur hören. Und wie merkt man sich etwas, dass ein Lautsprecher einem erzählt?

Keine Frage, für die Inspiration sind Bilder, ob still oder bewegt, live, kurzlebig oder für die Ewigkeit, wichtig. Aber es ist nicht das einzige, das ist meine Überzeugung. Es braucht auch Texte, die bleiben. Und auch das ist mir wichtig, nicht nur mit flüchtigen Momentaufnahmen zu unterhalten sondern etwas zu kreieren, das bleibt. Zumindest so lange, bis ich es wieder lösche (wie mit vielen alten Zeit für Optimisten-Artikeln geschehen).

Außerdem können Texte einfach schön sein. Schön vom Inhalt, schön vom Aussehen, gelesen im eigenen Tempo. Schöner, als je eine Automaten-Stimme es vorlesen kann, außer der Automat spricht mit der Stimme von Ben Becker.

Wo wir nämlich zum nächsten Punkt kommen, wer kennt denn schon noch Ben Becker. Leute einer gewissen Generation kennen ihn und seine Stimme. Xennials nennen sie uns. Die selbstverständlich total digital leben aber auch noch die Zeit davor kennen. Die zu den Bloggern der ersten Stunden gehörten und das immer noch toll finden. Das Lesen und Schreiben von Blogs. Die noch Smileys selber basteln mit : und – und p und *. Die Whatsapp noch nutzen wie SMS und keine Sprachnachrichten schicken. Es wird Leute geben, die auch weiterhin Blogs lesen.

Schließlich – Schusterin, bleib bei deinen Leisten. Wer gute Insta Stories machen will, muss EntertainerIn sein. Sonst werden Stories langweilig und keiner schaut zu. Wer weder Entertainer noch Rampensau ist, der muss es auch nicht werden. Klar, ich mache auch mal ein Filmchen, wo es sich anbietet. Aber mein Ding sind die Buchstaben, Wörter, Sätze und Absätze.

Nun denn, das ist die Theorie. Wir werden sehen, wie es in der Praxis aufgeht und weitergeht. Mein Tag hat weiterhin nur 24 Stunden. Aber in diesen kann man viel machen. Sei dabei, ich freue mich auf Begleitung, auf Leserinnen und Leser, auf Ideengeber, Kritiker, Kommentierer und Inspiration.

Und wage es, einen Text (fast) ohne Bilder zu veröffentlichen.

11 Gedanken zu „Making Blogs Great Again&8220;

  1. Was für ein Text. Ich bin nahezu sprachlos und hoch erfreut. Wie schön, dass du dich bewusst auf die Wurzeln des Bloggens besinnst und berufst, abseits von Influencertum und Bewegtbildwahn. Ich finde die Kombination mit dem weiter professionalisierten Gipfelglück eine sehr gute Idee und hoffe, dass du es schaffst, beides unter einen Bloggerinnen-Hut zu bekommen. Vielleicht bist du mit diesem Blog der Beginn einer „Slow-Blogging-Bewegung“. Ich plane auf jeden Fall schon mal „Zeit für Optimisten“ ein. Viel Erfolg und Schokolade! PS: Eine Motivation, mich auch wieder an meinen „Über-alles-mögliche-bloggen“-Blog zu setzen.

    1. Danke für diesen Kommentar, Markus, danke.
      Ich habe tatsächlich besonders an deinem Blog die Themen-Vielfalt und Freiheit schon immer geschätzt und hoffe sehr auf Fortsetzung!

  2. Wie schön. Ich freue mich schon auf die Beiträge. Denn ich gehöre auch zu der Kategorie Menschen, die lieber kluge Worte und ansprechende Texte konsumieren als sich von zahnspangenttagenden YouTubern in wackligen Tutorials die Welt erklären zu lassen.
    Und ich glaube, ich bin damit nicht alleine.
    Hau in die Tasten. Meine Aufmerksamkeit hast Du.

  3. Schön, dass Du auch ein wenig old fashioned bist & am geschriebenen Wort und Bildern festhältst! Auch ich kann mit Videos und Instastories wenig anfangen. Ich bin schon stolz, dass ich inzwischen ab und an Podcasts höre. Viel Spaß mit Deinem reanimierten Projekt & alles Liebe!

    1. Danke!
      Ich hoffe du machst auch noch ewig weiter mit dem, was du eben gut kannst. Auch wenn mich deine Restaurant-Empfehlungen etwas wehmütig machen…leider alles so weit weit inzwischen. Viele Grüße :-)

        1. Wenn Sommerferien und Wiesn vorbei sind (und damit die Autobahn wieder leer…), will ich wieder öfter nach München kommen, dann melde ich mich mal bei dir!

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