I wie inzwischen

Vor ein paar Tagen saß ich im Zug nach Berlin. Ich musste gegen die Fahrtrichtung sitzen, deswegen wollte ich nicht so viel lesen, da wird es einem ja schlecht. Also saß ich da und schaute einfach durchs Fenster der Landschaft beim Vorbeifliegen zu. Perfekt um einfach die Gedanken vorbei fliegen zu lassen.

Gedanken über den Stand der Dinge und den state of mind, ein bisschen wie eine Zwischenbilanz von 2019.

Jeden Tag etwas schreiben (siehe A) läuft nicht schlecht, aber ich veröffentliche nicht jeden Tag. Sonst wäre ich nicht erst bei I.

Großbritannien hat immer noch nicht das Thema Brexit (siehe B) gelöst, aber viel gelabert und viel abgestimmt. Lächerlicherweise nehmen sie jetzt sogar an der Europawahl teil. Kurzfristige Reisepläne werden dadurch einfacher.

Kochen, backen und essen, Kaffee trinken und Kuchen essen (siehe C) – 2019 war ziemlich genussvoll bisher. Auf Reisen habe ich es zelebriert, ich habe meine Kochbücher benutzt, das “gute Geschirr” verwendet, mich über jeden Tag gefreut, an denen ich keinen Zucker gegessen habe und kein Fleisch, an denen ich etwas gekocht habe und so richtig meinen eigenen Geschmack getroffen habe. Zum Beispiel mit Bananebrot oder Hirseauflauf.

Die Winter Dunkelheit (siehe D) ist vergangen, auch wenn immer noch Schnee liegt und fällt. Die Vögel singen ab 5 Uhr vor dem Schlafzimmerfenster, es grünt und blüht und wächst draußen, Krokusse, Osterglocken, Flieder, Kastanien. So gut!

Es ist noch immer niemand gekommen (siehe E) die/der Dinge für mich erledigt. Aber ich habe selbst schon für mich wichtige Dinge erledigt dieses Jahr. Manches ist wie erwartet von Woche zu Woche eine to do Liste weiter gewandert. Alles abgehakte aber ist ein Erfolg.

Noch immer hat ein Tag 24 Stunden (siehe F), noch immer reicht es eigentlich nicht aus für alles, was mich Interessiert und was ich tun möchte. Vielleicht bin ich aber geduldiger mit mir geworden, akzeptiere es mehr und priorisiere. Deswegen bleiben manche Sachen liegen, und jeden Tag nehme ich Zeit zum Lesen. Wenn du weißt, was dich glücklich macht und was dir wichtig ist, dann nutzt du deine Zeit auch gut, für die Dinge, die dir wichtig sind.

#reisenmachtglücklich. Das habe ich nicht nur in London gemerkt (siehe G) sondern bei allen großen und kleinen Reisen, die es dieses Jahr schon gab. Bozen, Berchtesgaden, Niederbayern, Berlin, so viel schöne Orte, so viel schöne Erlebnisse, so viel Neues, so viel Zeit haben. Das darf so weitergehen.

SchülerInnen streiken immer noch, aber kaum jemand von “den wichtigen” scheint zuzuhören (siehe H). Für Fahrräder soll man jetzt Parkgebühren zahlen. Bizarre Ideen gibt es so viele. Aber auch genug gute. Und ich bin froh, dass ich mich auf das Abenteuer Rügen mit der Eisenbahn eingelassen habe.

Als nächstes also der Mai und der Sommer, J und K und L und alle weiteren.

Ich mache mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt.