Eine Woche voller Feierabende im Chiemgau

Zurück von einer Reise macht sich oft viel zu schnell der Alltag wieder breit. An der Arbeit muss so einiges aufgeholt werden, das E-mail Postfach einer Bloggerin quillt über, um den Haushalt musst du dich kümmern. Viel zu oft legst du dich abends ins Bett, ohne dass du etwas “Schönes” hattest an dem Tag. Aber es gibt Wochen wie diese, wo tatsächlich etwas hängen bleibt, wo man das Gefühl hat, man hat etwas aus der freien Zeit gemacht und nicht nur für Arbeit und Haushalt und Hamsterrad gelebt. Eine Woche voller Feierabende.

Sonntag

Sonntag war der Lese-Abend*. Gemütlich zusammen auf dem Sofa, draußen der Regen, da lässt sich ein Herbstabend aushalten. “Altes Land” stand schon länger auf meiner Leseliste. Es ist melancholisch und traurig, lässt einen die Stirn runzeln, auch mal grinsen, ein wenig den Kopf schütteln. Es geht darum, was das Leben mit einem macht, und was man selber mit dem Leben macht. Am Beispiel von einer Handvoll Leute, die im Alten Land an der Elbe leben und landen, zwischen uralten Reetdachhäusern und Lifestylemagazinen für Städter, Flüchtlingen und Immerschondagewesenen. Sympathische Leute allesamt, alle auf ihre eigene Art. Ein Buch, in dem eigentlich nicht viel passiert, das wunderschön erzählt ist, das man kaum aus der Hand legen kann.

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Montag

Montag war der Blog-Feierabend. Bilder aussuchen, bearbeiten, Höhenangaben kontrollieren, Erinnerungen auffrischen – und dann war der Artikel zu der tollen herbstlichen Bergtour auf der Reiteralm endlich fertig. Hier nachzulesen im Gipfelglück Blog.

Dienstag

Dienstag war der München-Feierabend. Ein früher Feierabend sogar, es müssen Überstunden abgebaut werden. Zeit zum Kaffee trinken, Freunde treffen, den neuen Hugendubel am Marienplatz bewundern, Zeit für den Ironblogger Stammtisch in der alten “hood” an der Münchner Freiheit. Stadtluft tut gut, früher Abschied macht mich immer etwas wehmütig, aber zurückfahren zu “meinen” Chiemgauer Bergen ist schon auch gut, hinter dem Inntal Dreieck macht die Wehmut dann meist dem Heimatgefühl Platz.

Kaffee und Kuchen in München.
Kaffee und Kuchen in München.

Mittwoch

Mittwoch war der Lauf-Feierabend. Den ganzen sonnigen Tag über in einem Seminar gesessen, da musste abends Bewegung und frische Luft her. Noch ist es abends um 5 hell, wenn auch nicht mehr lange. Es ist schattig im Tal, an meiner Laufstrecke an der Weißen Traun entlang. Aber man sieht hinauf zu den Gipfeln, die noch von der Sonne angestrahlt werden und leuchten, weiß angezuckert von ein paar cm Schnee. Und auch, wenn es an diesem Abend nur 15 min flussaufwärts und 15 min flussabwärts sind, ein paar Minuten dehnen am Bibelöder Steg – es ist ein guter Feierabend, der den Kopf frei macht.

Laufstrecke. Die Chiemgauer Berühmtheiten im Blick - Rauschberg und Sonntagshorn.
Laufstrecke. Die Chiemgauer Berühmtheiten im Blick – Rauschberg und Sonntagshorn.

Donnerstag

Der Feiertag unter den Feierabenden. Man muss es ja ausnutzen, dass man einen großartigen Spielplatz vor der Haustür hat. Dass man mal schnell an Orte kann, die für andere Urlaubs-Highlights sind. Wie die Winklmoos-Alm. Es ist schon ein Privileg, am Nachmittag kurz rauffahren zu können, die Laufschuhe anzuziehen und in der Sonne herumzurennen. Mit Blick aufs leuchtend grüne Dürrnbachhorn, die grünen Skihänge, die weiß leuchtenden Loferer Steinberge am Horizont. In glücklich strahlende Gesichter zu blicken, weil jeder froh und dankbar ist, diesen sonnigen Herbstnachmittag hier verbringen zu dürfen.

Feierabend auf der Winklmoos-Alm
Herbstlicher Feierabend auf der Winklmoos-Alm

Freitag

Nullachtfuffzehn. Zusammen essen. Am Sofa rumhängen, Blogartikel überlegen, das Wochenende planen. Quatsch machen. Ausgerechnet am Freitag drehen sich anstrengende Gedanken im Kopf in Dauerschleife. Was im Haushalt alles gemacht werden müsste. Was man bei den Blogs schon lange machen wollte. Welche Vorhaben stagnieren, nicht vorwärts gehen, warum man eigentlich nicht mehr aus der Zeit macht. Gedanken, die sich nicht abstellen lassen, und der Wetterbericht macht es irgendwie auch nicht besser.

Es mag schwierig sein, aber man muss es akzeptieren lernen, dass manche Feierabende einfach dazu da sind, gemeinsam zu essen und dann auf der Couch zu liegen und einfach gar nichts gemacht zu haben.

Solange man sich am nächsten Tag auf den Hosenboden setzt und die To Do Listen des Lebens in Angriff nimmt. Man hat es ja größtenteils selber in der Hand. Jeder ist seines Glückes Schmied…

 


*Es war nur ein Abend, ohne Arbeit vorher, aber das ist ja Wurscht.

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