Juli 30, 2010
Filed Under (an der ruhr) by optimistin

im wundervollen malakowturm der zeche hannover in bochum läuft zurzeit eine kleine feine ausstellung zur kulturgeschichte des ruhrgebiets mit dem titel “kumpel anton, st. barbara und die beatles”. es geht zum beispiel darum, wie es dazu kam, das die hl. barbara zur schutzheiligen der bergleute im ruhrgebiet wurde und welche auswirkungen dies hatte. zum beispiel nämlich die barbarafeiern am 4. dezember. eigentlich das, was man heute als weihnachtsfeier bezeichnet. neben einem foto, wo auch ein muslimischer geistlicher die feier mit gestaltet, erfreut zum beispiel auch dieses gedicht die besucher:


Sankt Barbara! O blick hernieder!
Und sieh Dir diesen Menschen an!
Erkennst Du Deinen Knappen wieder?
Ich kenn ihn kaum! Ist das mein Mann?


Früh zog er aus, um Dich zu ehren.
Ach, war er schmuck, mein guter Mann!
Doch wie sah ich ihn wiederkehren?
Auf allen vieren kam er an!


Sein Tschako saß verkehrt im Nacken,
“Sankt Barbara” war sein Gesgan!
Ich kriegte meinen Kerl zu packen.
Er roch nach Schnaps! Fast wurd ich krank!


Wie ich ihm eine Rede halte,
Da sagte er:”…s ist doch Barbaraaa!”
Und dann noch:”Halt die Klappe, Alte!”
Und wieder drauf:” Hipp-hipp hurra!”


Wenn flugs ich aus der Haut auch fahre;
Im Bett liegt er nun schnarchend da.
Wie gut, dass einmal nur im Jahre
Dein Festtag ist, Sankt Barbara!

malakowturm zeche hannover

mehr zur lesung von jan zweyer übrigens auf meinem zooners ruhr blog



Dezember 22, 2009
Filed Under (unterwegs) by optimistin

und direkt noch ein nachschlag zum wien-besuch letzte woche. viel touristenprogramm gab es eigentlich gar nicht. die meisten highlights hatte ich bei früheren besuchen schon besichtigt, es hat die ganze zeit geschneit und ein eisiger wind hat geweht, so dass ein spaziergang in welchem park auch immer auch nicht wirklich heimelig war. also blieben, wie schon gesagt, die kaffeehäuser, jede menge buchläden, die suche nach weihnachtsgeschenken, das leopoldmuseum sowie ein gar wunderliches kleines museum, dessen einziger gast ich wohl an diesem tage war und das bestimmt nur leute wie ich betreten, die schon “alles andere” gesehen haben: das globenmuseum.

globenmuseum wien

ein globus am anderen, in groß in klein, in alt in jung, von erde und himmel, alle kostbar, alle wunderschön, geheimnisvoll mit arabischen buchstaben und solche mit fehlenden oder falschen kontinenten/ inseln/ ländern.

dazu ein raum, wo stück von privaten globus-sammlern ausgestellt werden, mit sehr persönlichen texten, warum sie globen sammeln und welche bedeutung bestimmt stücke für sie haben.

auf der website kann man sich an 50 globen ganz nah ranzoomen. und reinzoomen in eine zeit, als es noch kein google earth gab und man seine phantasie brauchte, um die geheimnisse und geschichten hinter den gemalten ländern und meeren zu entdecken.