Januar 08, 2012
Filed Under (münchen) by optimistin

Im ZEIT-Magazin gibt es seit einigen Wochen immer ein Foto über eine Doppelseite des Fotografen Paolo Pellegrin. Er arbeitet für Magnum und zurzeit, noch bis 20. Februar läuft eine Ausstellung von ihm in München. Ausstellungsraum ist im Haus der Versicherungskammer Bayern in der Maximilianstraße.

 

Ich habe die Ausstellung gestern angesehen, als “schön” kann man sie nicht bezeichnen. Zu aufwühlend und krass sind die schwarz-weiß Fotografien aus Afghanistan, dem Irak, dem Gaza-Streifen, aus Japan. Nur Krieg, Zerstörung, Leid. Es lohnt sich trotzdem sehr, die Bilder anzusehen, sie setzen vieles wieder gerade- warum aufregen über Regen oder blöde Busfahrer? Lapalien verglichen mit dem, was an anderen Orten passiert.

 

Und groteskerweise geht man mit einem guten Gefühl aus der Ausstellung- dass es einem selber nämlich nicht schlecht geht, weil hier Frieden ist, mit Dach über dem Kopf und einem warmen Bett.

 

Eine Frage bleibt offen- darf man sich bei so einem Thema über den Aufbau der Ausstellung beklagen? Warum wurde spiegelndes Glas benutzt? Die Bilder wären so viel besser zu sehen gewesen, noch viel eindrücklicher, wenn sich nicht der ganze Raum darin gespiegelt hätte. Oder war es Absicht, damit man sich selber im Bild, im Elend sieht?

 

Allen in München kann ich den Besuch der Fotografie-Ausstellung empfehlen, Eintritt ist kostenlos, geöffnet täglich außer an Feiertagen (aber es kommen ja eh keine mehr) von 9 bis 19 Uhr. Link zur Ausstellung



September 15, 2010
Filed Under (an der ruhr, einfach.schön) by optimistin

ein ungewöhnlicher ort für kunst muss nicht immer eine zeche oder ein bunker sein. eine große ausstellung darf auch mal in einem großen shopping center stattfinden- sie seit letzter woche die james rizzi ausstellung im centro hier in oberhausen.

rizzi's new york an der decke

rizzi's new york an der decke

rizzis bilder sind leicht zugänglich, es fällt einem leicht sie zu mögen, man muss nicht darüber philosophieren, was drei graue streifen auf braunem untergrund aussagen wollen zum beispiel. vor manchen der großen bilder kann man ewigkeiten verbringen bis man alles entdeckt hat was darauf zu sehen ist. besonders bei den stadtansichten von new york gibt es so viel menschen, gebäude, sonnen, sterne, flugzeuge, schiffe- alles in knall-buntem chaos, geordnet und doch wild durcheinander.

rizzi's condor

rizzi's condor

kunst, die ins centro passt, und die, so glaube ich, an den meisten besuchern doch vorbei geht. bzw die besucher gehen vorbei… dabei sind die bilder, die bemalten flugzeuge und turnschuhe etc wirklich überall- freihängend von der decke, im innern der kuppel, in schaufenstern, auf stellwänden. kostenlos. für zwischen zwei läden mal kurz oder für lange zum draufstarren. und wie es in der pressekonferenz zur ausstellung neulich hieß: die bilder machen wirklich gute laune!

rizzi kuppel im centro

rizzi kuppel im centro

es gibt auch einen shop, im erdgeschoss. da ich vor dem bilder gucken stiefel kaufen war, habe ich mich vom rizzi shop fern gehalten… die ausstellung ist bis ende oktober geöffnet, zu den normalen centro öffnungszeiten. die bilder gefallen sicher nicht jedem, man muss das schon mögen. aber ich finde es ist durchaus kunst, die man sich in der eigenen wohnung vorstellen kann. wenn man nicht gerade stiefel vorzieht.



März 28, 2010
Filed Under (an der ruhr) by optimistin

wenn man in unbekannt städte oder stadtteile fährt, ist man entweder in sachen geocachen oder kulturhauptstadt unterwegs.

in herne-sodingen war vor einiger zeit mal aus ersterem, gestern aus zweiterem grund (falls es dieses wort gibt). “starke orte” ist ein kunstprojekt der kulturhauptstadt ruhr.2010, das das ganze jahr laufen wird, aber immer an anderen ausstellungsorten, an “starken orten”, die man nicht unbedingt mit kunst verbindet.


bis zum 4. april noch ist der bunker in sodingen der starke ort. und hintergrund für bunte bilder, seltsame skulpturen, lustige installationen, kunstwerke, über die man den kopf schüttelt, bei denen das gesicht ein fragezeichen bildet oder solche, die man sich auch zuhause an die wand hängen würde.

kalt ist es im bunker, während draußen die sonne lacht, sieht man drinnen, zwischen den meterdicken betonwänden, seinen atem. ein unglaublicher hall, wenn doch jemand redet. den so ganz kann die kunst nicht das beklemmende, unheimliche bunkergefühl vertreiben…

der eintritt in die “starke orte” ausstellungen ist kostenlos, es gibt eine begleitbroschüre und infos auf der starke orte website.

am 11. april sind die heilig-kreuz-kirche in bottrop und die phoenixhalle dortmund “starke orte”. in der nähe kann man bestimmt auch geocachen.