Februar 26, 2011
Filed Under (bücher, filme, münchen) by optimistin

Das neue Leben in München plätschert vor sich hin. Umzug, eingewöhnen, 1000 Kleinigkeiten und möglichst schnelles Einarbeiten in den neuen Job stressen doch extrem, abends bin ich platt. Platt und zufrieden meist.

Die Energie reicht nicht für ein “vollständigeres” Leben, und dazu fehlen auch die äußeren Anstöße durch einen größeren Bekanntenkreis um sich doch mal aufzuraffen, aber das wird noch und im Grunde genieße ich die Abende in Ruhe auf dem Sofa.

Es frustet unendlich, kein ordentliches Internet zu haben in der Wohnung, der gleiche Mist wie beim Einzug in Oberhausen. Übers iphone kann ich ja zum Glück viel machen, aber nicht alles und es ist auf Dauer mühselig. Der Surfstick ist unzuverlässig und so entsetzlich langsam, dass ich alle möglich Vorhaben- bloggen, Sachen bestellen… – dann doch abbreche und verschiebe. Ich hätte nie wieder auf die Verbrecher-Bande von Vodafone reinfallen dürfen.

Freitag abend war ich spontan im Kino, schließlich lebe ich mitten in der Großstadt und kann mal schnell ein Kino raussuchen, wo der Film läuft, den ich sehen will. Bergblut wollte ich sehen. Andreas Hofer und der Freiheitskampf in Tirol war das Thema, besonders ging es aber darum, wie Katharina und Franz das ganze erlebt haben. Tolle Berg-Bilder, eine berührende, spannende Geschichte, und ganz kurz war auch die geliebte Pfandler-Alm in Südtirol im Bild. Im Gegensatz zu #twalpen10 tief verschneit, und statt Kaiserschmarrn stand das Versteckspiel von Hofer und seiner Familie im Vordergrund. Sehr zu empfehlen!

Gerade laufen so viele spannende Filme, dass ich jeden Tag ins Kino gehen könnte. Verwöhnt war ich mit der Programmkino-Szene in Düsseldorf und im Ruhrgebiet, und München scheint da auch nicht zu enttäuschen.

Sehr ans Herz ging auch das Buch “Das Wunder von Castel di Sangro” von Joe McGinnis. Es geht um ein Fußball-Wunder, insbesondere die Saison nach dem Wunder, Castel di Sangro, ein Kaff in den Abruzzen, spielt seine erste Saison in der 2. italienischen Liga. Spielerisch verläuft die Geschichte zunächst- Mittagessen mit den Spielern, den Trainer als Nachbar, Diskussionen übers Stadion und die Aufstellung- doch irgendwann kommt Ernst in die Sache. Wird das ganze mehr als Sport und Leidenschaft und Wahnsinn, es geht um Politik und Wirtschaft, um Ehre und Kultur. Ich war zunächst total in der Geschichte gefangen, habe mich aber mit der Zeit immer mehr distanziert und mit mehr Abstand gelesen- ich will nicht zu viel verraten, es ist ein wirklich tolles Buch über Fußball, über Italien und ganz einfach über das Leben!

München gefällt mir, absolut. Das Leben ist allerdings noch weit weg von Alltag.


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