November 23, 2009
Filed Under (unterwegs) by optimistin

cuba ist musik! dieses kapitel ist längst überfällig, denn wenn man mit dem buena vista social club im ohr und im hinterkopf nach cuba fährt, dann kann man schon genau so ein cuba finden. nicht unbedingt die leute, die statt spanisch lieber einen salsa kurs machen und dann in den casas de la musica der insel untertauchen ;-) buena vista zeigt den son und da ich statt salsa lieber spanisch gelernt habe, haben wir halt den text eines der bekanntesten lieder des son gelernt und versucht zu verstehen: chan chan. ich glaube es verging auch kein tag, an dem ich das lied nicht gehört habe während der reise. in einer bar, auf der straße, im taxi, irgendjemand, der gesungen hat.

eine der besten bars war, an einem der ersten abende, in havana vieja, in der altstadt von havanna, das lluvia de oro. wir sind eigentlich reingestolpert, weil wir die bar, die uns empfohlen wurde, nicht gefunden haben. eine fantastische band, viele tänzer, sehr leckere mojitos [alte männliche touristen mit jungen cubanerinnen- die umgekehrte variante gab es auch, in anderen bars...], einer von den abenden, wo man nicht möchte, dass sie aufhören, sie sollen einfach weitergehen… dummerweise gingen wir weiter, ins hotel florida, das wir dann doch noch fanden. und bitterlich enttäuscht sind s. und ich nach einem halben (!) mojito schon wieder raus und haben t. sitzen lassen…

trinidad

geniale musik gab es in trinidad, sehr viel open air, eine wunderbare casa de la musica, eine noch tollere casa de la trova (in der sich plötzlich die beiden italiener auf der tanzfläche drehten, die wir aus der sprachschule kannten…), warme abende, traumhaft renovierte bunte häuser, musiker ganz ohne infrastruktur. cds verkaufen sie übrigens alle, meist kopien für relativ teures geld…


denn bei allem charme darf man doch wie immer in cuba den ernsten hintergrund nicht vergessen: es gibt kaum materielle güter, nach denen ein cubaner ernsthaft streben könnte, über die er sich gedanken machen könnte. oft leben 3 generationen in einem kleinen haus zusammen. bei diesen faktoren- was bleibt einem da übrig, als gemeinsam musik zu machen, zu tanzen, durch die musik das tägliche elend zu vergessen. oder die chance ergreifen, für die touristen spielen und nach 7 oder 8 liedern ein paar münzen einsammeln und cds verkaufen.

glücklicherweise sind son und salsa keine reine touristen-shows, wenn auch viele cubaner genauso viel reggeton (wie schreibt man das…) oder andere moderne latino musik hören und dazu tanzen.

und zurück im grauen nassen europäischen november, da müssen nur die ersten paar töne von chan chan erklingen und im kopf bin ich sofort wieder auf der großen treppe in trinidad oder im lluvia de oro in havana vieja oder im fresa y chocolate in vedado… mit einem mojito im plastikbecher…


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