Archive for Juli, 2011

Juli 31, 2011
Filed Under (einfach.schön, unterwegs) by optimistin

Über den 30. Juli.

 

[Schottland (3) sowie Fotos folgen später!]

Die ersten Meilen auf dem Weg nach Norden sind von leichter Nervosität geprägt. Warum gibt es in Schottland so wenige Tankstellen?

 

Das B&B hatte kein Internet und das übers Handy ist nicht wirklich überall verfügbar… Also ohne Wanderpläne einfach gen Norden gefahren. Eine recht schmale Straße, die bald in die Berge ging, wobei die Landschaft schon schön war, aber etwas spektakulärer hatte ich mir das ganze nach den Vor-Berichten schon vorgestellt. Glencoe hatte vorher bei allen Tipp-Gebern leuchtende Augen ausgelöst- es war aber zunächst karge Landschaft mit einer Straße durch. Ein Dudelsackspieler an einem Parkplatz, kitschig aber irgendwie erwartet man so etwas ja. Langsam etwas höhere, interessantere Berge.


Dann ein nicht ausgeschilderter Parkplatz. Angehalten, losgewandert. Geklettert, durch Schotter gekämpft, und dann war Glencoe wirklich beeindruckend und atemberaubend schön. Hatte ich den Sonnenschein schon erwähnt? Den Ben Nevis, den wir morgen besteigen wollen, haben wir auch schon gesehen. Während die Reiseführer vor ihm immer warnen, weil das Wetter so unberechenbar ist und der Weg dadurch gefährlich werden kann, so warnen die Leute, mit denen man hier spricht, eher, weil es dort so voll ist. Und weil morgen wohl nicht ganz so tolles Wetter ist… Wahrscheinlich Wolken oder so ;-)


Abendessen gab es heute bei Macdonalds in Kinlochleven. Allerdings ohne goldenes M, mehr so, wie wenn man in Deutschland zu Müllers essen geht. Vegetarian Wellington bestellt, wobei ich Wellington bisher immer mit „Gummistiefel“ übersetzt habe. Hier war das eine Art Blätterteig gefüllt mit Brie und Nüssen. Mit Pommes, alles gibt es hier mit Pommes. Und zum Nachtisch einen ersten Schluck vom goldenen Lebenswasser hier. Das Pint Cola vorher war schneller leer als die 2 cm Whisky, allein der Geruch schon köstlich und der „wee dram“ Jura hat durchaus Lust auf mehr gemacht.

 

Zwischendurch übrigens eine SMS bekommen, dem Schnittlauch zu Hause geht es gar nicht gut. Na und? Hauptsache, uns geht es gut!



Juli 28, 2011
Filed Under (unterwegs) by optimistin

In Edinburgh angekommen.

 

Es regnet.

 

Es fing im Grund an, als wir mit dem Auto die Grenze zwischen England und Schottland überquert haben ( da kommt dann übrigens gleich Lockerbie!). Und seitdem hat es leider auch nicht wieder aufgehört.

 

Edinburgh soll eine der schönsten Städte Europas sein, aber im grauen Regengrau leuchten die in grauem Stein gehaltenen Gebäude wie Burg etc nicht gerade. Ungemütlich und nicht sehr einladend alles. Fotos machen macht keinen Spaß, da ich weiß, dass hinterher alles eh grau in grau sein wird.

 

Aber.

 

In Großbritannien sind die wichtigsten Museen kostenlos zu besuchen, also auch die National Gallery of Scotland. So kann man sich wunderbar die Zeit mit holländischen und italienischen Schinken sowie Dürer’schen Häschen und Händen vertreiben und Versteckspiel mit den Aufpassern spielen (fotografieren ohne dass ein Koreaner im Bild ist).

 

Außerdem lecker vegetarisch gegessen (Black Bo’s) und Cider getrunken.

 

Und in einem wunderbaren Bed & Breakfast in Leith gelandet (Millers 64), mit so viel Liebe zum Detail eingerichtet, draußen im Regen schimpfen die Möwen laut übers Wetter, und es gibt Tee und Shortbread und Toffee und kostenloses Internet.

 

Das Badezimmer ist übrigens inclusive Gummiente!

 

Gummiente im Millers 64 in Edinburgh

Gummiente im Millers 64 in Edinburgh

 

Kurz: Es ist wunderbar.



Juli 24, 2011
Filed Under (einfach.schön, unterwegs) by optimistin

Die Vorfreude steigt ins unermessliche- nur noch 3 mal schlafen, bis der Flieger nach Schottland geht!


Der größte Teil der Unterkünfte ist inzwischen gebucht. Die einen schreiben, dass sie so große Deutschland-Fans sind uns sich über Gäste aus D freuen. Das andere ist so nah am Meer, dass Delfine winkend am Fenster vorbeischwimmen. Beim anderen wird man angeblich empfangen wie ein “long-lost clan member”.


Es macht jetzt schon so Spaß schottische Musik zu hören, dass ich mich auf stundenlanges Radio hören bei den Autofahrten freue.


Britisches Essen ist ja jetzt nicht so berühmt- aber es wird Cadbury Schokolade und Ginger Biscuits und Coleslaw und hoffentlich Bulmers Cider geben. Und jede Menge indische Take Aways. Und Whisky. Und beim Frühstück wird man bedient von vorne bis hinten und muss nicht mal abspülen.


Die Besteigung des Ben Nevis klingt nach einem kleinen Abenteuer, aber wenn das Wetter mitspielt, könnte die Wanderung zu einem echten Highlight in den Highlands werden.


Ein bisschen Geocaching könnte auch klappen:


Geocaching in Schottland

Wir überlegen, ab Landung in Manchester nur noch englisch zu reden. Mal sehen ob das klappt und ob wir das durchhalten :-)


Ein offline-Urlaub wirds zum Glück nicht. Für Internet via Handy gibts eine günstige Wochen-Flat-Rate, und fast jede Unterkunft ist heute ein Bed & Breakfast & Free Wifi.


Lesematerial liegt bereit, die “Gebrauchsanweisung für Schottland” und von Fontane “Jenseits des Tweed”. Und wer weiß, was am Flughafen und noch eher in den Buchläden von Edinburgh und Glasgow noch dazu kommt.


Was es besseres gibt als Urlaub? Urlaub mit Alex in Schottland. Und mit Auto ;-)



Juli 22, 2011
Filed Under (leib und seele, münchen, unterwegs) by optimistin
Ich habe mich bemüht und ich war lange Zeit tapfer. Habe U-Bahn-Nummern und Abfahrtszeiten vom Schienenersatzverkehr auswendig gelernt. Hatte immer ein Buch zum Lesen und Kopfhörer zum Musik hören dabei. Habe in 4 1/2 Monaten nur 1 Mal Geldbeutel samt Monatskarte zu Haus liegen lassen. Habe immer neue Kombi-Möglichkeiten gesucht, einen Teil des Wegs zur Arbeit mit dem Fahrrad und den Rest mit ÖPNV zurückzulegen. Wurde in 4 1/2 Monaten nie kontrolliert. Nie. Habe ab dem 2. Monat schon ein paar Tage vor Monatsende die neue Monatskarte gekauft, um nicht am 31. in der Schlange stehen zu müssen.

Um CO2 zu sparen. Mir einredend, dass es zwar mit dem Auto doppelt so schnell geht, aber dass das ja nichts macht. Das Parkplatzsuche viel zu anstrengend ist (ist es vielleicht in Düsseldorf-Zoo, aber nicht in München-Pasing). Um auf dem Weg zur Arbeit was zu arbeiten oder die Zeit zum Lesen zu nutzen oder anderweitig sinnvoll.

Das Experiment ÖPNV ist vorbei. Ich habe keine Lust mehr.

Oder sagen wir es ist ausgesetzt, so lange meine Wohnung so weit von meiner Arbeit entfernt ist. Im Einzelfall (z.B. Wohnung-> Odeonsplatz -> Wohnung) werde ich weiter Bahn fahren. Oder um in die Berge zu kommen. Oder 1 mal die Woche doch zur Arbeit, wenn ich so guter Laune bin, dass mich 2 x 60 Minuten ÖPNV nicht erschüttern können.

Aber sonst steige ich wieder um auf Auto und Fahrrad!

Ich habe genug von schreienden Kindern zu Feierabend, pinkelnden Hunden, besoffenen Teenagern, die mit Deo den Bus voll sprühen. Stinkende Menschen und solche, die 20 Minuten auf russisch (oder jede andere Sprache…) in ihr Handy brüllen. Genug von Verspätungen, Ausfällen, nassen Hintern wegen auf den Sitzen liegenden Regenschirmen, nicht enden wollende Busfahrten durch unbekannte Wohngebiet, den Anschlussbus munter losfahren sehen, während man gerade aus dem vorherigen aussteigt, der 20 Sek zu spät an der Haltestelle angekommen ist. Abends 18 Minuten an der Münchner Freiheit warten, bis die nächste Tram kommt. Auf einer Strecke, die mit dem Auto 10 Minuten dauert, 3 mal umsteigen müssen und jedes Mal dazwischen 9 Minuten warten.

Meine Nerven haben keine Lust auf so was, diese Art Stress brauche ich nicht. Stau ist nicht so schlimm. Geld für die Tiefgarage investiere ich gerne. Ich war mein Leben lang Nichtraucher und habe deswegen Puffer in der privaten Ökobilanz. Ich bin viel entspannter und zufriedener an den Tagen, an denen ich mit dem Auto zur Arbeit fahren. Die Tür hinter mir zu machen kann und meine Ruhe habe.

Für mich und meine Mitmenschen ist es besser, wenn ich nicht mehr Bus und Bahn fahre.

Glaubt mir.