andere seiten

ein regentag in christchurch. der chef hat keine arbeit fuer mich. was mache ich mit der luxusware zeit? ganz tief in die filmwelt eintauchen. um 3 ins kino gehen. fuer unbestimmte zeit in „a world history of film“ von robert sklar blaettern. auf rotten tomatoes und der internet movie database die zeit vergessen. und darauf freuen, dass gerade das christchurch film festival beginnt.

der film, den ich gesehen habe, war the edge of heaven, deutscher titel auf der anderen seite. ein film, der am 27. september letzten jahres in deutschland anlief – was genau der tag ist, an dem ich in neuseeland ankam. so lange hat es also gedauert, bis dieses meisterwerk mich sprichwortlich auf der anderen seite erreicht hat (shine a light, der auf der berlinale 2008 premiere hatte, habe ich immerhin letzte woche in cairns gesehen, das ging ja flott im verhaeltnis dazu).
der film war fantastisch, wie es bei fatih akin auch zu erwarten war. der film lief im original (deutsch, tuerkisch, englisch) mit englischen untertiteln. ich denke mal, dass ich die einzige im kino war, die gemerkt hat, wann die personen tuerkisch gesprochen haben (dann brauchte ich die untertitel) und wann deutsch (dann habe ich die untertitel zum teil trotzdem gelesen). sollte man sowas nicht eigentlich irgendwie kennzeichnen?? und es war recht amuesant, die durchsagen im ICE zu hoeren. wir bedanken uns fuer ihre fahrt mit der deutschen bahn und so weiter. und die bremer stadtmusikanten waren im bild! da wird man direkt ein wenig sentimental :-)
geschockt hat mich der passkontrolleur am flughafen in hamburg. solch ein grimmiges gesicht, und so jemand begruesst einen in dem land, in das man gerade einreist? welch ein unterschied zu der netten dame, die vor kurzem nachts um 12 am flughafen in christchurch meinen pass und visum und tickets etc kontrolliert hat, dabei noch freundlich small talk betreiben konnte, und mir dann mit einem grossen laecheln und einem „welcome home“ den stempel in den pass gehauen hat. allein diese grausame film-szene von vielleicht 20 sekunden waere einen eigenen blog-eintrag wert.

noch was zum schmunzeln aus robert sklar buch: freundlich und manchmal mit humor wird man in unserer zeit doch gebeten, die handtelefone waehrend eines films auszuschalten. in den fruehen tagen des kinos hatte man anderen aerger mit ruecksichtslosen kinobesucherinnen. die mode erforderte huete gross wie wagenraeder und wer hinter solch einem monstrum (ich meine den hut, nicht die traegerin) sass, sah nicht viel vom film. hoerte auch nix, denn es gab ja noch keinen ton. deswegen hiess es vor dem beginn des films – „ladies! kindly remove your hats“.

2 Gedanken zu „andere seiten&8220;

  1. Schön, Dich mal wieder zu lesen! Das mit den Bremer Stadtmusikanten ist ja niedlich. Ich sehe sie ja sehr häufig, im Ausland wären sie sicher so ein richtiges „Heimwehsymbol“ für mich! ;o)

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