10 Jahre auf Facebook!

Es war in Wellington in Neuseeland. Ich arbeitete in einem Outdoor Laden namens Kathmandu und die Kollegen erzählten von einer Website namens Facebook.

Damals hatte ich ein Handy zum Telefonieren und zum SMS schreiben. Ich ging ab und an in Internet Cafés, zum Skypen, E-Mails Schreiben, Reise planen und zum Bloggen. Denn ein Blog hatte ich damals schon. Es existiert nicht mehr, aber die Artikel sind zum Teil hier zu Zeit für Optimisten umgezogen.

Am 4. Januar 2008 meldete ich mich also bei Facebook an.

10 Jahre ist das her! Facebook schien erst mal praktisch zu sein, um mit Reise-Bekanntschaften in Kontakt zu bleiben, um mit ein paar Leuten daheim etwas Neues auszuprobieren. Denn was war Facebook damals, man schrieb seltsame Halbsätze irgendwo hin und lud ein Foto hoch.

Wir hatten keine Seiten von Unternehmen und keine Gruppen, keinen Hass und keine Kommentarplage, keine Videos, keine Vanity URLs, für die man später mal 25 Fans brauchte (weshalb wir heute noch Fans von seltsamen Seiten sind…), keine App, keine Seitenmanager App, keine Messenger App. Keinen Business Manager, keinen Ads Manager, keine Instant Articles. Wir hatten kein Twitter, kein Instagram, kein Pinterest.

Vor 10 Jahren in Wellington war nicht vorstellbar, dass heute 2,07 Milliarden Menschen Facebook nutzen*. Dass man lange Zeit richtig viel Traffic für das Blog generieren konnte über Facebook und dass das immer schwieriger wird. Dass sich Menschen kennen gelernt haben, wiedergefunden haben. Dass für manche Menschen Facebook gleichzusetzen war mit dem Internet, und dass „junge Leute“ sich heute null für Facebook interessieren. Dass für die einen Facebook ein ganz normales Tool der täglichen Arbeit ist, für andere immer noch neu und fremd.

Wie es mit Facebook weitergeht, wird man sehen. Es hat uns viel beigebracht. Das Kommentieren und um Kommentare „betteln“ und Kommentare moderieren. Veranstaltungen planen. Schnelles reagieren, schnelle Reaktionen bekommen. Duzen. Das Alles-sofort-ausprobieren-und-mitmachen. Das Informationen teilen, das Infos verstecken und bewusst nicht erwähnen. Die Vermischung von privaten und geschäftlichen Kontakten. Wie es ist, wenn man Werbung sieht, die einen wirklich interessiert.

Was heutzutage wirklich kompliziert ist: jemandem neu zu erklären, wie man Facebook benutzt. Womit man anfängt. Und warum manches ist, wie es ist. Puh.

Facebook hat vieles, was mich nervt, aber es erleichtert vieles im Alltag. Ich finde viel Interessantes, es erinnert mich an Geburtstage, es macht es einfach auf Entfernung anderen nahe zu sein und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Die positive Erinnerung an die Anfangszeit auf Facebook ist vor allem die gute Erinnerung an den reellen Ort, wo das war, in Neuseeland. Und es ist ziemlich unglaublich, dass das 10 Jahre her sein soll. Hier geht es zu den alten Artikeln, die ich in Neuseeland geschrieben habe.

What a time to be alive!

Straßenschild Kiwi in Neuseeland
Bei den Kiwis: unterwegs in Neuseeland

*Monatlich Aktive Nutzer im 3. Quartal 2017. Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37545/umfrage/anzahl-der-aktiven-nutzer-von-facebook/